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Sieben Tipps: E-Learnings barrierefrei gestalten

Bis 2050 werden 50 Prozent der Unternehmen IT-Projekte angestoßen haben, die Arbeitnehmer mit Behinderung unterstützen. Das prognostiziert das Marktforschungsunternehmen Gartner in einer neuen Analyse. Auch E-Learning-Systeme sollten möglichst barrierefrei laufen, damit alle Mitarbeiter davon profitieren können. Auf was Sie achten müssen, um einige technische Voraussetzungen für ein barrierefreies E-Learning einzuhalten, erklärt Dr. Christian Radek, Leiter der Meldestelle für digitale Barrieren.

In Deutschland definiert die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV) 2.0 einen Standard für barrierefreie grafische Benutzeroberflächen wie zum Beispiel Webseiten aber auch Programmoberflächen. Auch wenn die BITV 2.0 nur für den Bereich des Bunds gilt, hat sie den Charakter einer Norm. Es werden vier Prinzipien unterschieden: wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und technologisch robust.

Berücksichtigt man diese Punkte, kann man grafische Benutzeroberflächen erstellen, die für alle Nutzer zugänglich sind. Der Zugriff auf E-Learning-Systeme erfolgt oft über einen Internetbrowser. Von daher greifen auch hier die Anforderungen der BITV.


Tipp 1: Inhalte müssen wahrnehmbar sein

Generell sollte die Darstellung der Inhalte das Mehr-Kanal-Prinzip erfüllen. Die konsequente Trennung von Inhalt und Layout ist dafür eine gute Voraussetzung.

Zudem sollte die Lesbarkeit durch hohe Farbkontraste unterstützt werden. Schwarze Schrift auf weißem Hintergrund erfüllt diese Anforderung. Auch andere Farbkombinationen können jedoch sehr gute Ergebnisse liefern. Ein zu geringer Farbkontrast beeinträchtigt vor allem bei kleinen Schriften die Lesbarkeit.

Bei Abbildungen sollte ein Alternativtext hinterlegt werden. Dient die Abbildung lediglich der Dekoration, bleibt der Text leer.

Die Auszeichnung von Überschriften erlaubt es, ein Dokument zu gliedern. Das Erscheinungsbild, also die Formatierung der Überschriften, erfolgt über die Definition in der Formatvorlage beziehungsweise im Stylesheet.

Standardkonform ausgezeichnete Abbildungen, Hervorhebungen und Überschriften werden von Sprachausgabe-Software, wie sie von blinden Menschen verwendet wird, verstanden und entsprechend wiedergegeben.

Tipp 2: Berücksichtigen Sie unterschiedliche Bedienmöglichkeiten

Es gibt immer wieder neu entwickelte Elemente, die Webseiten mit zusätzlichen Funktionen bereichern sollen. Sie grenzen aber, da sie oftmals nicht ausschließlich mit der Tastatur oder ausschließlich mit der Maus bedienbar sind, Menschen aus. Verzichten Sie auf neue Elemente und gestalten Sie Ihre E-Learning-Umgebung im Sinne eines universellen Designs so, dass Sie von einer größtmöglichen Anzahl von Menschen bedient werden kann.

Achten Sie besonders bei virtuellen Klassenzimmern auf die Barrierefreiheit da dies in der Regel eigenständige Programme sind.

Tipp 3: Gestalten Sie die Navigation verständlich

Gestalten Sie die Navigation auf Ihren Webseiten verständlich und nachvollziehbar. Verwenden Sie eine verständliche, klare Sprache und erklären oder vermeiden Sie Fachbegriffe und Abkürzungen. Um Formularfelder benutzerfreundlich zu gestalten, erhält jedes Feld eine Beschriftung. Außerdem wird eine Leserichtung definiert (zuerst die Frage, dann die Antwortmöglichkeiten).

Tipp 4: Arbeiten Sie technologisch robust

Setzen Sie Webtechnologien standardkonform ein, damit Nutzer mit unterschiedlichsten Hilfsmitteln sowie Ein- und Ausgabegeräten auf ihre Webseiten zugreifen können. Um wichtige Textabschnitte hervorzuheben, reicht es nicht aus, diese einfach nur fett zu drucken. Stattdessen gibt es für wichtige Textabschnitte auf Webseiten spezielle Auszeichnungen.

Tipp 5: Zusätzliche Dateien und Dokumente müssen auch barrierefrei sein.

Das bisher Gesagte gilt nicht nur für das Grundgerüst des E-Learning-Systems, sondern auch für die Dokumente, die Sie innerhalb des E-Learning-Systems zur Verfügung stellen. Auch Textdokumente in Word- oder PDF-Format und Präsentationen benötigen eine Gliederung, ausreichende Farbkontraste und Alternativtexte bei den Abbildungen.
Weitere Angaben hierzu finden Sie unter www.di-ji.de/r/dokumente.

Tipp 6: Prüfen Sie!

Verwenden Sie Prüfwerkzeuge um potenzielle Barrieren in Ihrer E-Learning-Umgebung und den darin angebotenen Dokumenten zu finden. Im Internet gibt es Programme um den Farbkontrast zwischen Vorder- und Hintergrundfarbe zu bestimmen, um sich Probleme auf Webseiten anzeigen zu lassen und um PDF-Dokumente auf Zugänglichkeit hin zu überprüfen.
Eine Liste von Prüfwerkzeugen finden Sie unter: www.di-ji.de/r/testtools.

Tipp 7: Testen lassen!

Getreu dem Motto "Nichts über uns, ohne uns" bitten Sie Menschen mit Behinderungen ihre Lernumgebung oder Webseite auf Barrierefreiheit hin zu überprüfen.

Über den Autor

Dr. Christian Radek ist der Leiter der Meldestelle für digitale Barrieren  im Projekt "Digital informiert – im Job integriert".